27. August 2021

Afghanistan-Desaster? Nur aus Sicht des Westens!

Afghanistan-Desaster? Nur aus Sicht des Westens!

Derzeit ist nicht Afghanistan zusammengebrochen. Nein, dieses Land kehrt zu sich selbst zurück. Was zusammengebrochen ist, sind die sträflichen Illusionen westlicher Politiker und Ideologen. Sie haben sich als Heilsbringer aufgespielt. Sie sind krachend gescheitert.

Der Westen glaubte, Afghanistan nach westlichem Vorbild umbauen zu können. Überheblich „nation building“ genannt. Wenn Politiker wie Heiko Maas (SPD-Außenminister) fabulieren, Deutschland habe „den Boden für eine lebendige Zivilgesellschaft“ geschaffen, kann man nur sagen: Vom Verständnis der Menschen in Afghanistan ist Heiko Maas so weit weg, wie die Erde vom Mond. Maas hat, wie CDU-Kanzlerin Merkel und ihre gesamte Bundesregierung, Afghanistan einfach nicht verstanden. Und nicht verstehen wollen.

Angela Merkel und ihre Regierungsmitglieder haben nie versucht, sich in die islamische Kultur, die uralten Bräuche und das absolut primäre Stammesdenken hinein zu versetzen. Sie haben sich nie gefragt, was will die Mehrheit der Afghanen? Wie die Menschen in Afghanistan denken und fühlen, hat diese Bundesregierung nicht interessiert. Es war der Bundesregierung gleichgültig. Genauso gleichgültig ist dieser Regierung, was die Mehrheit der Deutschen denkt und fühlt.

Die Mehrheit der islamisch geprägten Afghanen hat in jedem westlichen Soldaten einen ungläubigen Besatzer gesehen. Die Mehrheit wollte und will keinen afghanischen Staat nach westlichem Vorbild. 99 % der Afghanen befürworten die Scharia [1]. Das alles war bekannt. Und so hat Alexander Gauland (AfD) mit seiner bitteren Feststellung recht, dass für „westliche Lebensart“ und „Geschlechtergerechtigkeit“ deutsche Soldaten ihr Leben lassen mussten.

Und was die sog. Ortskräfte angeht, sollte Realismus nicht außen vor bleiben. Ein ehemaliger Bundeswehrkommandant, der im Afghanistan-Einsatz war und auch Ortskräfte befehligte, schrieb:

„Selbstlosigkeit war das Letzte, was diese Leute angetrieben hat, um für uns zu arbeiten. Diese romantisch-idealisierenden Vorstellungen sind dort unbekannt beziehungsweise stoßen auf völliges Unverständnis… Unsere Ortskräfte wurden für afghanische Verhältnisse fürstlich entlohnt… Es hat sich also gelohnt, für uns zu arbeiten. Dies war selbstverständlich auch ihrer Umgebung bekannt. Gehörten sie starken Familien, Stämmen, Clans an, haben auch diese davon profitiert und schützten diese Leute. Gut zu wissen: Ein Afghane definiert sich ausschließlich über seine Familien- beziehungsweise Stammeszugehörigkeit; Individualismus ist unbekannt...

Innerlich verachten uns diese Menschen, was sie aus nachzuvollziehenden Gründen natürlich nie zugeben werden. Sie wollen ja etwas erreichen: den Wohlstandsmagneten Deutschland. Ich will nicht verkennen, dass es Ausnahmen geben mag. Nur: mir sind sie nicht begegnet.“ [2]

Wie 2015 besteht erneut Gefahr, dass die verantwortlichen Berliner Politiker unter dem Deckmantel der Humanität Attentäter und Vergewaltiger in unser Land einladen.

[1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-mehrheit-der-muslime-fuer-scharia-anwendung/8145784.html?ticket=ST-462449-dcIUtd0by6SWaHM6L63G-ap2
[2] https://www.faz.net/aktuell/politik/briefe-an-die-herausgeber/leserbriefe-vom-26-august-2021-17501255.html

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